Jeder Mensch schwitzt anders. Der eine schwitzt stärker, der andere weniger, der eine nur im Sommer, der andere sogar im Winter. Auch an den unterschiedlichsten Stellen des Körpers wird transpiriert: Vom Kopf, über Brust, Rücken, die Hände bis hin zu den Füßen. Jede Körperregion kann betroffen sein.
Besonders heikel – da für jeden sichtbar und kaum zu verbergen – ist das Kopfschwitzen. Der Schweiß tritt vorwiegend an Stirn, Nacken, Wangen, Oberlippe, Nase und auch auf der Kopfhaut auf.
Die sofortige Therapie der Symptome kann eine fundierte Ursachenforschung und die nachhaltige Therapie durch Fachärzte (z.B. Dermatologen, Internisten, Ernährungsspezialisten, Psychotherapeuten) positiv ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Kurzfristiges Ziel ist die Wiederherstellung der Lebensqualität des Betroffenen. Antitranspirante gelten dabei bei vielen Fachleuten als erste Wahl, wenn es um die Verhinderung starken Schwitzens am Kopf geht. In der Regel stellt sich schon kurz nach Beginn der Behandlung eine deutliche Verbesserung ein: der Schweißfluss wird stark reduziert, wodurch dem Betroffenen die Scham und der akute Leidensdruck ("Angst vor dem sichtbaren Schwitzen") genommen wird.
Moderne Antitranspirante der 3. Generation sind heutzutage so konzipiert, dass sie über längere Zeit angewendet werden können, ohne den Organismus zu belasten. Auch die mit Antitranspiranten oft assoziierten Hautreizungen sind bei den "sanften Antiperspirantien" auf ein Minimum reduziert worden ohne Einschränkungen bei der Wirksamkeit.
"Ein deutlich sichtbares Schwitzen am Kopf ist für den Betroffenen sehr belastend. Wem die Schweißperlen auf der Stirn stehen oder der Schweiß von der Nasenspitze tropft, schämt sich in Gesellschaft. Das starke Schwitzen schränkt seine sozialen Fähigkeit stark ein – die psychische Belastung ist sehr hoch. Oft beginnt mit der Scham ein Teufelkreis, den es zu durchbrechen gilt, bevor der Betroffene schon allein aus Angst vor dem Schwitzen in Schweiß ausbricht." erklärt Sascha Ballweg, der selbst unter extremer Transpiration leidet. Um anderen Leidenen zu helfen, hat er im Internet ein Forum namens Hyperhidrosehilfe gegründet, in dem die Problematik untereinander und mit Experten diskutiert werden kann.
Wie viele andere Menschen in dieser "virtuellen Selbsthilfegruppe" hat auch Sascha Ballweg das Schweißproblem mit einem Antiperspirant lösen können: "Ich hatte mich jahrelang für viele Tests und Mittelchen zur Verfügung gestellt. Fast alles war entweder weitestgehend wirkungslos, reizte die Haut sehr stark oder gleich beides.
Erst 2005 entdeckte ich ein Präparat eines schweizer Herstellers. Dieses Mittel hat mein Leben positiv umgekrempelt! Ich kann endlich wieder ganz normal unter Leute gehen, meinem Beruf nachgehen oder Sport treiben! Schwitzen ist heute eine normale Sache für mich, seit dem mir der Schweiss nicht mehr in Strömen herunterläuft."
Antitranspirante mit bis zu 20% Aluminiumchlorid-Anteil können ohne Probleme im Gesicht oder auf dem Nacken angewendet werden. Da das Mittel nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung kommen darf, ist darauf zu achten, dass sich die Flüssigkeit sicher (d.h. gezielt) applizieren lässt. Produkte in Pump- bzw. Sprühflaschen sowie Roll-On Sticks mit Kugel sind eher ungeeignet. Sehr praktikabel sind Tropfenflaschen, mit denen sich das Mittel auf einen kleinen Wattebausch oder auf die Fingerkuppe tropfen lässt. So kann der Wirkstoff auch auf engem Raum (z.B. zwischen Nase und Oberlippe) sicher verteilt werden.
Die Haut im Gesicht ist besonders sensibel. Beim Kauf eines Antiperspirants sollte unbedingt auf pflegende und reizlindernde Zusatzstoffe geachtet werden, damit der Wirkstoff Aluminiumchlorid nicht zu unangenehmen Hautreizungen führt. Moderne Antitranspirante enthalten natürliche Pflanzenextrakte wie z.B. Salbei, Nelkenblüte und Bartflechte. Diese altbewährten Hausmittel reduzieren die Reizung der Haut auf ein Minimum.
Grundsätzlich gilt: Eine Behandlung der schwitzigen Kopfhaut (Betroffene berichten von regelrecht feuchten, "klatschigen" Haaren) mit Antitranspiranten ist sehr schwierig und in vielen Fällen leider gar nicht möglich. Das größte Problem dabei ist offensichtlich. Aufgrund der Haare – seien sie auch noch so kurz – lässt sich das Anti-Schweißmittel nur schwerlich auf der Kopfhaut verteilen. Dennoch ist es mit Geduld möglich, eine gleichmäßige und großflächige Applikation zu erreichen. Wie schon bei der Behandlung im Gesicht, eignet sich auch hier eine Tropfenflasche am besten. Damit kann das Mittel gezielt mit den Fingerkuppen einmassiert werden (vergleichbar mit einem Haarwasser).
Doch Vorsicht ist geboten!